Nun wurde auch der Rundfunk auf uns aufmerksam und so produzierten wir im Laufe der Jahre mehrere Studioaufnahmen für den Rundfunk und später sogar einmal für das Fernsehen der DDR.

Als Sahnehäubchen wurden unsere Rundfunkproduktionen später auf Vinyl und CD veröffentlicht.

In der 2. Hälfte der 80er Jahre war Hardholz bei vielen Großveranstaltungen DDR weit dabei: Pfingsttreffen, Arbeiterfestspiele, Metal-Festivals. Auch zwei Auslandstouren durch Polen absolvierten wir. Jährlich buchte man uns für ca.120 Muggen, etwa die Hälfte fielen aus, oft „von oben“. Da entschieden einfach irgendwelche Sesselpfurzer bei Stasi & Co. was wir durften und was nicht. In solchen Fällen waren wir machtlos. Auch wurden wir gelegentlich in der ein oder anderen Region verboten, wegen zu viel Publikum, den üblichen Metal Begleiterscheinungen usw. Rückblickend lief es im Großen und Ganzen aber gut, verglichen mit anderen Bands, die mehr staatlichen Repressalien ausgesetzt waren als HARDHOLZ. Vielleicht war auch unsere Heimat mitten im Thüringer Wald ein Vorteil. Bei den Räubern früher war es schließlich auch so.

Entwicklung/Stilistik:

Durch die rasante Entwicklung vom Hardrock zum Metal in den 80er Jahren entwickelten auch wir uns unbewusst zur Heavy Metalband, waren wir doch selbst mittendrin, wenn auch nur im Osten. Neben Eigenkompositionen sind Coversongs von Iron Maiden, Motörhead, Accept, Judas Priest, Scorpions, später, Metallica, Testament u.a. im Programm. Unser internationaler Top-Favorit war Iron Maiden, weshalb 1986 mit Peter Fleischmann ein zweiter Gitarrist zu Hardholz kam.

Jetzt konnten endlich die typischen zweistimmigen Gitarren und fetten Riffs realisiert werden, kurz gesagt eine Metallica-Maiden-Mischung mit vielfältigen Stilelementen, auch mit akustischen Instrumenten.
Bei den Texten hielten wir uns politisch raus, schließlich wollten wir auch weiterhin Musik machen. Die Stasi war immerhin allgegenwärtig, es konnte von heute auf morgen vorbei sein, wenn man in deren Fokus geriet. Deshalb handelten unsere Texte von jungen Leuten und ihren Problemen, aber auch Themen aus der Mythologie und Sagenwelt wurden verarbeitet. Aber auch das durften wir nicht alles so produzieren, wie wir es eigentlich vor hatten. So gab es beim ursprünglichen Text zum Schmied Wieland einen Eklat wegen angeblich zu viel Brutalität. Andere Songs, die nicht ins offizielle Konzept passten, durften wir gar nicht aufnehmen. Für die live Mugge war das aber ohne Belang und uns auch ziemlich egal.

 

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